Integration in Drensteinfurt – Drensteinfurt.peus.info
Integration in Drensteinfurt
07.09.2025
Drensteinfurt. Integration ist in Drensteinfurt ein Thema, das sich in den Jahren von 2006 bis 2023 dynamisch entwickelt hat, wie die Daten der Statistischen Ämter und der Bertelsmann Stiftung zeigen. Die Stadt im Landkreis Warendorf hat in dieser Zeit einen zunehmenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund verzeichnet, was sich in verschiedenen sozialen und wirtschaftlichen Indikatoren widerspiegelt. Der Anteil der Ausländer:innen an der Gesamtbevölkerung stieg von 2,8 Prozent im Jahr 2007 auf 6,8 Prozent im Jahr 2023. Absolut gesehen wuchs die Zahl der ausländischen Einwohner:innen von 426 im Jahr 2007 auf 1.071 im Jahr 2023, mit einem deutlichen Anstieg ab 2015, als die Zahl auf 669 sprang. Dieser Anstieg spiegelt globale Migrationsbewegungen wider, die auch Drensteinfurt erreichten. Besonders die Altersgruppe der unter 15-Jährigen zeigt einen markanten Zuwachs: Der Anteil ausländischer Kinder in dieser Gruppe stieg von 1,9 Prozent im Jahr 2006 auf 8,0 Prozent im Jahr 2023. Auch bei den 15- bis 24-Jährigen wuchs der Anteil von 3,2 Prozent im Jahr 2006 auf 9,3 Prozent im Jahr 2023, während die 25- bis 64-Jährigen von 3,5 Prozent auf 7,6 Prozent zunahmen. Selbst in der Altersgruppe ab 65 Jahren stieg der Anteil ausländischer Einwohner:innen von 1,0 Prozent auf 2,6 Prozent, was auf eine diversere Bevölkerungsstruktur hinweist.
Die Einbürgerungszahlen, die für 2022 mit 1,9 Prozent und für 2023 mit 3,2 Prozent angegeben sind, deuten auf eine wachsende Bereitschaft hin, dauerhaft Teil der Gemeinschaft zu werden. Im Kreis Warendorf verzeichneten 2024 insgesamt 29 Einbürgerungen in Drensteinfurt, ein Rückgang von 34 im Jahr 2023, aber dennoch ein Zeichen für eine aktive Integration in die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund in Tageseinrichtungen ist ein weiterer wichtiger Indikator. Der Anteil der 3-Jährigen mit Migrationshintergrund in Kitas schwankte zwischen 3,0 Prozent im Jahr 2014 und 13,9 Prozent im Jahr 2022, mit einem Wert von 9,4 Prozent im Jahr 2023. Insgesamt stieg der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in Tageseinrichtungen von 9,9 Prozent im Jahr 2008 auf 13,3 Prozent im Jahr 2023, was zeigt, dass immer mehr Familien mit Migrationshintergrund frühkindliche Bildungsangebote nutzen, ein zentraler Schritt für die gesellschaftliche Teilhabe.
Die Arbeitsmarktsituation von Ausländer:innen in Drensteinfurt zeigt gemischte Entwicklungen. Die Arbeitslosenquote ausländischer Einwohner:innen war mit 17,2 Prozent im Jahr 2023 deutlich höher als die allgemeine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent. Dennoch sank sie von einem Höchstwert von 26,0 Prozent im Jahr 2016, was auf eine verbesserte Integration in den Arbeitsmarkt hindeutet. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit unter ausländischen 15- bis 24-Jährigen war mit 12,1 Prozent im Jahr 2023 deutlich höher als die allgemeine Jugendarbeitslosigkeit von 2,9 Prozent, zeigte aber Schwankungen, mit einem Tiefpunkt von 6,1 Prozent im Jahr 2022. Der Anteil ausländischer Auszubildender an den ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs von 4,7 Prozent im Jahr 2015 auf 8,0 Prozent im Jahr 2023, blieb jedoch unter dem Gesamtanteil der Auszubildenden (5,5 Prozent im Jahr 2023). Dies deutet auf eine wachsende, aber noch nicht gleichberechtigte Teilhabe an beruflicher Bildung hin. Die Beschäftigungsquote von Ausländer:innen lag im Jahr 2022 bei 50,1 Prozent der Gesamtbeschäftigungsquote, ein Rückgang gegenüber 74,2 Prozent im Jahr 2011, was auf Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration hinweisen könnte.
Soziale Indikatoren wie die SGB II-Quote und Armut zeigen ebenfalls Herausforderungen. Die SGB II-Quote unter Ausländer:innen stieg von 14,9 Prozent im Jahr 2006 auf 36,9 Prozent im Jahr 2023, deutlich höher als die allgemeine SGB II-/SGB XII-Quote von 5,5 Prozent. Kinderarmut unter ausländischen Familien war besonders hoch, mit 56,6 Prozent im Jahr 2023, verglichen mit 7,0 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Altersarmut unter Ausländer:innen stieg ebenfalls stark, von 10,2 Prozent im Jahr 2020 auf 40,7 Prozent im Jahr 2023, was auf besondere soziale Vulnerabilitäten in dieser Gruppe hinweist. Diese Zahlen verdeutlichen, dass trotz Fortschritten in der Integration bestimmte Gruppen weiterhin mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Drensteinfurt hat sich aktiv um die Förderung der Integration bemüht, wie lokale Initiativen zeigen. Das Kommunale Integrationsmanagement (KIM) des Kreises Warendorf, in Zusammenarbeit mit der Stadt, bietet seit 2023 ein verstärktes Beratungsangebot für neu zugezogene Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Dieses Programm, gefördert vom Integrationsministerium NRW, unterstützt bei Sprache, Kultur und behördlichen Anforderungen, um die Orientierung in der Stadt zu erleichtern. Organisationen wie der Deutsch-Ausländische Freundeskreis, die AWO, der Caritasverband und der Jugendmigrationsdienst bieten Sprechstunden und Beratungen an, etwa in der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer in Ahlen oder durch Case Management im Rathaus und Kulturbahnhof. Projekte wie das Schwimmcontainer-Programm „Narwali“, das 2025 wieder in Drensteinfurt aufgebaut wurde, fördern die Integration von Kindern durch Schwimmunterricht, unterstützt von der DLRG und lokalen Schulen.
Die Stadt steht jedoch vor Herausforderungen, insbesondere bei der Wohnraumsituation. 2022 wurde berichtet, dass die Zuweisung von Geflüchteten und steigende Obdachlosigkeit den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum erhöht haben. Die Stadt hält eigene Unterkünfte bereit, wie die umgebaute ehemalige Feuerwache, doch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt erschwert die Vermittlung anerkannter Flüchtlinge in reguläre Mietverhältnisse. Bürgermeister Carsten Grawunder betonte, dass eine angemessene Wohnsituation eine Grundvoraussetzung für gelingende Integration sei, und rief Vermieter:innen zur Unterstützung auf. Ehrenamtliche spielen eine wichtige Rolle, indem sie Geflüchtete intensiv betreuen, was die soziale Einbindung fördert.
Die Daten und Initiativen zeichnen ein Bild von Drensteinfurt als eine Stadt, die sich aktiv um Integration bemüht, aber mit Herausforderungen wie hoher Kinder- und Altersarmut sowie Arbeitsmarktungleichheiten konfrontiert ist. Die wachsende Zahl ausländischer Einwohner:innen und ihre zunehmende Teilhabe in Bildung und Beschäftigung zeigen Fortschritte, während lokale Beratungsangebote und Projekte die soziale Einbindung unterstützen. Die Zahlen der Bertelsmann Stiftung bieten einen detaillierten Einblick in die Entwicklungen, ohne spekulativ zu werden, und verdeutlichen, dass Integration in Drensteinfurt ein kontinuierlicher Prozess ist, der Engagement auf vielen Ebenen erfordert.
www.wegweiser-kommune.de öffnen (externer Link, Gültig am 07.09.2025)